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erinnern - gestalten - bewahren

Textbeispiele 


Wechselspiel Ein biografischer Roman, von Mira Bilia

 

Khalil Samet (Name geändert) erzählt Mira Bilia aus seiner Historie. Er ist Ende 30, lebt in Süddeutschland und wurde in Palästina geboren. Als Kind mit der Familie aus einem Kriegsgebiet geflüchtet, muss er sich als Ausländer in Deutschland behaupten. Dabei wird er immer wieder mit zwei unterschiedlichen Kulturen konfrontiert. Heute hat er einen deutschen Pass und lebt zufrieden und frei. Sein Weg dahin war manchmal steinig. Zum Glück begegneten ihm auch Menschen, die ihm in schwierigen Situationen aufhalfen. 

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1x1 kreative Wandgestaltung: 

Tipps und Tricks zum Renovieren und Verschönern Ihrer Wände

  • Gebundene Ausgabe: 131 Seiten
  • Verlag: Frech; Auflage: Erstauflage (5. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783772468087
  • ISBN-13: 978-3772468087
  • ASIN: 377246808X
  • Größe und/oder Gewicht: 28,8 x 21,2 x 1,8 cm


Kurzbeschreibung

Mit vielen Tipps und Hinweisen aus der Malerpraxis: Wie tapeziert man fachmännisch, welche Farben sind geeignet und, ganz zu Beginn jeder Aktion, welche Vorbereitungen stehen an, um die Wände problemlos gestalten zu können ...? Zahlreiche Schritt-Fotos und Raumbilder machen das Buch für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen interessant. Genaue Angaben zur Vorbereitung und Gestaltung von Wänden. 

Claus E.: Essay-Sammlung „Von Tieren und Diesel-Sauriern“, 2007

Textauszug aus »Die Amselhenne als Duzfreundin«:

»…Einmal regte sich wildes Pfeifen und Zirpen hinter dem Haus. Zwei Amselhähne begegneten sich auf dem Rasen, blähten sich auf, kreischten lauthals und stießen aufeinander, um klarzustellen, wer der mächtigere wäre. Sie ließen sich durch niemanden stören, aus war es mit der Ruhe.Da rief ich meine Amselfreundin und bat sie: »Jag` sie weg die Krachmacher, weg weg weg!«Die Amselfrau hörte es, duckte sich, hob ab, jagte mit lang gestrecktem Lauf auf die Amselmännchen zu und stürzte so energisch in die Streitszene, dass sich die beiden Herren rechts und links davon machten. Dann segelte meine Amselfreundin zurück, setzte sich ganz nah zu mir, mit stolz aufgerichteten Schwanzfedern und erhobenem Kopf. Entzückt reichte ich ihr einen besonders leckeren Belohnungshappen.«

Peter L., Biografie „Die Bauernfamilie L. in Sachsen“, 2010

 „Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“   Johann Wolfgang von Goethe“

Ich wurde am 19. März 1939 in Leutewitz bei Riesa an der Elbe geboren. Ein Ort, der immer meine Heimat blieb, obwohl es die Zeit wollte, dass ich Sachsen als junger Mann verlassen musste. In Baden-Württemberg fand ich eine neue gute Heimat. Trotzdem behielt ich immer den Kontakt zu meinen Wurzeln.

Heute ist es mir ein großes Bedürfnis das Vermächtnis meiner Ahnen den kommenden Generationen im Gedächtnis zu erhalten. Ich habe meine Erinnerungen an mein Leben von Kind an zusammengetragen, Dokumente und Fotografien über die Familie L. gesammelt, Zeitzeugen befragt und Wissenswertes über das Zeitgeschehen notiert, um ein wertvolles Zeitdokument zu schaffen. Beginnen möchte ich meine Biografie mit den Ursprüngen der Familie L.

Kalid Q., biografischer Roman, 2008: 

 „ …In der JVA Stammheim komme ich in eine Art Rohr, eine Schleuse. Ich muss meine Kleider ausziehen, alles wird genau untersucht, wohl, damit nichts in den Knast geschmuggelt wird. Was soll ich denn mitbringen, eine Feile für die Gitterstäbe? Meine gesamten Sachen verstaut man in einen grauen Sack, dort lagern sie, solange ich sitzen muss, erklärt mir der Bedienstete. Nackt muss ich aber nicht bleiben, Sträflingskleidung gibt’s, nicht gestreift, blau und weiß aber bretthart, kratzig, verwaschen und verzogen, die Klamotten sind schon eine Strafe.»Kann ich nicht meine Kleider anbehalten?«»Nein, du könntest dich damit erhängen oder sonst was.«»Häh? Warum sollte ich, ich will zwar raus, aber nicht auf diese Art.«»Was ist mit dem Jungen, D., ist er auch hier?«,möchte ich von dem Justizbeamten wissen. Er schüttelt nur den Kopf:»Ich kann dir nix sagen.«Es gibt noch einen Schlafanzug und Handtücher, dann führt mich der wortkarge Beamte ein paar kahle Gänge im Erdgeschoss entlang, vor eine schwere orangefarbene Stahltüre, rasselt mit seiner Schlüsselsammlung, bis er den richtigen findet, fummelt am Schloss, öffnet und schiebt mich in den Raum. Es ist ein Schlauch mit einem Fenster am anderen Ende und Gittern natürlich. Zwei Stockbetten sind an die Wände montiert, ich entdecke ein Waschbecken mit Ablage und Spiegel und ein WC, alles grau. Einfacher Tisch, ebenfalls fixiert, mit Stühlen, darüber Fernseher. Ich bin alleine, die Betten sind unbenutzt, also werde ich es auch erst mal bleiben. Mir ist übel, die Tränen laufen. Was wird werden, mein Schatz, mein Engel, mein großes Glück ist so weit weg, wird sie mich verlassen? Und meine Familie, die Kinder, die Eltern, Gedanken umkreisen mich wirr. Was wird, was wird nur?! Wieder stapfe ich zwischen den Wänden, die drohen mich zu erdrücken. Ich weiß nichts und kann mit niemand reden, erklären wo ich bin, was passiert ist, ich werde schier wahnsinnig.Irgendwann kommt eine Ärztin. Sie untersucht mich, macht Notizen in einer Akte und möchte wissen:»Wie fühlen sie sich?«Ich bin gereizt:»Sag mal, was ist das für eine blöde Frage, wie soll man sich denn hier fühlen, in dem Scheißbunker?!«»Sorry, ich habe nur gefragt«,gibt sie völlig ruhig zurück. Ich erkläre ihr ehrlich:»Beschissen, absolut beschissen, ich werde hier verrückt.«Zack, bekomme ich einen Stempel in meine Akte, in Rot. Frau Doktor erklärt mir, was das heißt:»Sie sind Selbstmord gefährdet.«»Was?!«Wie bitte was soll das? Ich betone, dass ich Kinder habe, die mich brauchen, ich werde mir ganz sicher nichts antun. Ich muss sie unbedingt anrufen, Bescheid geben, wo ich bin und dass sie sich keine Sorgen machen sollen. Sie überhört alles, ich rege mich auf und sie geht.Prädikat „selbstmordgefährdet“ heißt, ich darf nicht allein in einer Zelle bleiben, ja nicht einmal zeitweise. So werde ich verlegt, in eine Zelle, mit dem gleichen Mobiliar, ähnlicher Raumaufteilung und farblich nicht aufregender. Dort sitzt ein Penner auf einer Liege. Sein Haar ist so und das Gesicht, er stinkt, wirkt unangenehm. Eigentlich ist es egal. Ich wähle ein Bett, und kauere die nächsten Stunden, mit dem Gesicht zur Wand, darauf. Ich rede nicht, nehme ihn kaum wahr. Auch die triste Regelmäßigkeit geht bedeutungslos an mir vorüber. Essen kommt und geht, ich rühre es nicht an, ich muss aufstehen zum Klo, wasche mir die Hände, kühle mein Gesicht und verziehe mich wieder auf meine Schlafstätte. Aber ich schlafe nicht. Mir ist schlecht vor Kummer und Sorgen, ich heule wie ein kleines Kind und ich könnte durchdrehen bei dem Gedanken, dass ich diesen Raum nicht verlassen kann. Und wieder mein Schatz. Die Bilder von ihr können mich nicht wirklich beruhigen, sind diese Erinnerungen das einzige, was mir in Zukunft von ihr bleiben wird? Nein, das darf nicht sein, das Leben würde seinen Sinn verlieren. Die Sehnsucht martert mich. So viel Gefühl, so viel große Liebe gab es nur einmal in meinem Leben.“ 


Eva Maria B., Autobiografie, 2009: 

„ …Zwei Kinder sehe ich, zwei Mädchen sind es, in einem 8-Zimmer großen Haus mit Garten und einem Geschäft im Zentrum eines Donau-Städtchens. Die Kleinere spielt mit einer Puppe und schaut immer wieder mit einem Auge zum Salon, und horcht. Hinter der Türe kniet die Ältere, die zur Strafe für ihren Ungehorsam so verharren muss. Sie lässt keinen Laut hören, noch weniger Weinen. Die kleine T., 7 Jahre alt, blond, sehr zierlich mit blauen Augen, ein hübsches Kind, wird plötzlich unruhig und ruft:„Mutti, wie lange muss Evi noch knien?!“T. ist zart, oft krank, sie musste alle Kinderkrankheiten durchleben, und hat ein sehr weiches Herz. Da ist es zu natürlich, dass es ihr weh tut, die geliebte wie gefürchtete Schwester so lange bestraft zu sehen.Evi, die Dunkelhaarige, ist 9 Jahre alt,  hager mit braunen Augen, die wie 10 Teufelchen blitzen, vor Gesundheit strotzend, ballt die Fäuste hinter der Tür und ruft:„Still T., hörst du mich?! Es macht mir gar nichts aus, das Knien, ich klettere trotzdem wieder auf das Dach des Nachbarn, um meine Katze zu holen.“Oh weh, zum Glück ist Mama nicht in der Nähe, denn hätte sie diesen ungebrochenen Widerstand mit angehört, währe sie zutiefst erschrocken über den Ungehorsam ihrer Tochter. Mama, eine große stattlich gebaute dunkelhaarige Dame mit den besten Charaktereigenschaften, steht zur selben Zeit in der Küche, um der Köchin Jullisch Anweisungen für den Tag zu erteilen. Ja, der große Waschtag muss vorbereitet werden, weil die Wäscherin Kati hinzu gezogen werden soll. Und noch was,  Joschka, der Zigeuner, sesshaft im Städtchen, ist nicht zur Arbeit gekommen. Seine Aufgabe ist es, das Holz für den Kamin-Ofen zu spalten.„Was ist mit ihm?“, fragt Mama. Die Köchin meint, er werde wohl ein paar Tage aussetzen, da seine Frau das fünfte Kind erwartet. Zwischenzeitlich wird er mit seinen Freunden eins übern Durst trinken und sich die Zigeunermusik aufspielen lassen. Nun gut, Mama hat auch dafür Verständnis. Sie hat eine ausgesprochen „soziale und humane Ader“. Sie ist sehr geschäftstüchtig und hilft dem Papa im Geschäft und ist als Mutter und Hausfrau voll ausgelastet. Für sich selbst hat sie wenig Zeit. Mama war zweimal verheiratet. Den ersten Mann verlor sie im ersten Weltkrieg, 1914-16. In dieser Zeit starben ihr zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge durch eine Krankheit. Diese Grausamkeit hätte das Schicksal ihr wahrlich ersparen können. Die zweite Heimat mit dem Vater versprach glücklicher zu werden. Papa ist sehr wohlhabend, aus bester deutscher Familie, ein ehrgeiziger erfolgreicher Kaufmann, sowie Großgrundbesitzer. Doch zu Mutters Leidwesen, ist auch diese Ehe in den späteren Jahren zum Scheitern verurteilt. Der Papa hat mit den Jahren eine Leidenschaft für Autos entwickelt. Das Kartenspiel wird später sein zweites Hobby. Nun ja, Schicksal, du bist unbarmherzig, Mutters Lebensglück hast du zerstört. „Was Dir vom Schicksal zugedacht, dem kannst du nicht entfliehen.“ Vom Leben enttäuscht, gibt nun die Mama Ihre aufopfernde Liebe den zwei Mädchen, das kann man ihr nicht verdenken.“


Doris H., Autobiografie, 2008:

„…Einmal kam ich mit ein paar Sportsmännern ins Gespräch. Wir unterhielten uns über ihre Aktionen im Stadion und dabei behauptete einer, ich würde es nie schaffen, 10 km auf der Bahn des Stadions zu laufen. Ich widersprach ihm natürlich, mehr so zum Spaß. Aber er ließ nicht locker und wollte mit mir wetten. Lang war es her, dass ich Sport betrieben hatte. Ich hatte etwas Speck angesetzt, im Lokal gab es leckeres und genug Essen für mich. So völlig untrainiert war das wirklich eine schwierige Sache. Aber ich wollte mir nicht die Blöße geben, und nahm sein Wettangebot an. Die Jungs bestimmten die Optionen. Ich sollte zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung bekommen und ich musste die Strecke in einer Stunde schaffen, dann hätte ich gewonnen. Das Spektakel ging im Lokal herum wie ein Wirbelwind. Viele Gäste trauten mir die Aktion nicht zu und setzten gegen mich. Da wurden Blumensträuße, eine  Reise, ein Fass Bier, ein halbes Schwein und andere verrückte Einsätze gebracht. Ich schaute dem Ereignis mit gemischten Gefühlen entgegen. Ich bin ehrgeizig, aber konnte ich das wirklich schaffen? Ich trainierte nicht, nur einmal lief ich drei Bahnen, dann war ich schon fix und fertig. Tolle Aussichten, aber aufgeben wollte ich nicht.Es war ein Sonntag und ein Haufen Leute füllten das Lokal um Doris laufen zu sehen. Vom Lokal aus konnte man ins Stadion sehen und so hatte ich Publikum. Der Wettkollege wollte mich begleiten. War das gut oder schlecht, er war ein Supersportler? Egal jetzt gab es kein zurück, wir starteten. Gemächlich fing ich an zu laufen, eine Runde, zwei und mehr. Nach sechs Runden hing ich mit der Zunge am Boden, glühte wie ein Ofen und dachte, nee das schaffst du nicht. Ich wurde langsamer. Mein Mitläufer ließ das aber nicht zu.»Auf los weiter, das schaffst du!«,feuerte er mich an. Ich folgte ihm. Nach 10 Runden ging mir wieder die Puste aus, meine Beine wollten nicht mehr, der Kamerad ignorierte das und spornte mich weiter an zu laufen, weiter und weiter, und er zog mich tatsächlich mit. Es war wie ein Wunder. Aber nach 45 Minuten war ich so fertig, ich hatte das Gefühl, ich müsste im nächsten Moment buchstäblich zusammen brechen. Leute am Laufbahnrand sorgten sich und befürchteten, ich könnte einen Herzinfarkt bekommen oder sonst was Schlimmes. Ich lief weiter und irgendwann sah ich die Leute nicht mehr. Ich war mein ganzes Leben noch nie 10 km am Stück gelaufen, es war fantastisch. Die letzte Runde lag vor mir, die Zuschauer stürmten auf die Bahn, brachten mir Sekt und begleiteten mich zum Endspurt. Mit einem Glas in der Hand, zog ich als Siegerin ins Ziel – nach 58 Minuten Dauerlauf! Es war einfach großartig und die Leute jubelten. Als klasse Nebeneffekt nahm ich mindestens zwei Kilo in einer Stunde ab. Ich hab es ihnen allen gezeigt, ich musste es, gerade weil die meisten gegen mich gewettet hatten. Und zu mir konnte ich stolz sagen, Mensch du schaffst doch noch was in deinem Leben.“ 

Ehepaar Schift, "Zur Goldenen Hochzeit - für Alfred und Gretel Schift"

 

Zur Goldenen Hochzeit von Alfred und Gretel Schift

 

Die „Rose“ liegt en Engerscha fei,

dort soll heut ebbes bsonders sei.

A goldiges Paar ganz fröhlich strahlt

ond für die Gäscht a Festle zahlt.

 

Die ältere Leut, die wisset des no,

die zwoi die waret scho mol do.

Als junges Paar wurdet sie vermählt,

was nach fufzig Johr emmer no hält.

 

Bräutigam Alfred kam 1936 uft Welt,

in Wostitz, des hat zu Mähren gzählt.

Die Familie musst in de Kriegswirra flieha

ond bis nach Ammertsweiler zieha.

 

Vater Alfred und Mutter Adelheid komat zur Ruh

und sehn ihre vier Buba beim Wachsa zu.

Alfred, dr Helmut on dr Günther sind erscht do gwä,

dann hen se dr Nochzügler Erich gsäh.

 

Braut Gretel, gebora 1934 in Großengerscha,

der Vater hoist Wilhelm, die Mutter Martha.

Dr große Bruder Rolf war scho do,

später kam der kleinere Heinz noch dazu.

 

In Besga beim Gradwohl hat älles ohgfanga,

do send beide zum schaffa no ganga,

Während die Gretel em Haus gholfa hat,

macht der Alfred die Leut mit Backwerk satt.

 

1958 hen die zwoi sich gfonda

on sich als Päärle zamma bonda.

Nach dem freudige Hochzeits-Fescht,

bauet die beide in Engerscha ihr Nescht.

 

Aufm Hindenburgplatz 11 ziehet se ei,

in de „Männers“ ihr Baurahaus nei.

Noch em gleicha Johr, wer hets dachtt,

hat ihne dr Storch die Christel bracht.

 

Gretel und Alfred hen zwoi Johr zählt,

do kam au scho dr Jürgen auf die Welt.

Und weil aller guten Dinge dreie send,

stosst 1964 die Birgit dazu als Kend.

 

Damit elle wachsat en guter Art,

wird emmer feschte gschafft on gschbart.

Ond wenn die Kinderschar hungrig isch,

bringt Oma Martha guade Sacha uff dr Disch.

 

Die Gretel geht ind Schuhfabrik,

sie näht dort Schuhe flink und gschickt.

Der Alfred fährt Brote und Brezla ei,

bei Heinrichs ihrer Bäckerei.

 

Des was fleißige Schwoba send,

bald ihr oiganes Heisle hend.

Im Gaisbergweg 3 wachst es Stoi um Stoi,

in de 60er ziehet se ei.

 

D` Möbel karrt mr mitm Handkarra nuff,

oder lad se uff die Dreiradbritsch druf.

Für d` Terass, a Betoplatt schwer,

karret se mitm Leiderwaga her.

 

Des Läba isch net Arbeit bloß,

drom zieht d`Familie am Sonndich los.

Mitm VW Käfer nach Ammertsweiler ufs Land,

der war mit acht Leit voll bis unter dr Rand.

 

Au in Engerscha aufm Fußballfeld,

die ganze Bande Freizeit hält.

On in de Ferien, sie könntets net lassa,

muss mr au am Heisle ebbes schaffa.

 

Die Kendr wern groß on brauchat en Beruf,

dr Alfred fuhr mit dr Christl nach Ludwigsburg nuf.

Sie hen gemeinsam beim Oberpaur neigspickt,

ohne viel Omstend a Lehrstell fürd Christel kriegt.

 

Dr Jürgen blieb viel viel näher do,

fing beim Häberle als Fläschnr o.

Aud Birgit isch praktisch und nahm beim Schmid,

a Ausbildung als a Malere mit.

 

1982 sollt wieder Hochzeit sei,

bracht Christel dr Johannes ind Familie ei.

Zum Jürgen sich die Sabine gesellt,

1990 mit ihr Hochzeit hält.

 

Die ganze Familie wächst und gedeiht,

bald hat sich des Paar als Großeltern gfreit.

Marcel, Melissa , Corinna und Simone,

vier butzige Enkel, des isch net ohne.

 

Bei so viel Leit gibt’s immer was zum do,

Alfred und Gretel gugat und helfat froh.

Bei alle Feschte sen se dabei,

Konfirmationen, Geburtstag und Tauferei.

 

Manchmol hoißts au Abschied nehme,

in de 70er Johr musstet Gretels Eltern geha,

Alfreds Eltern in den 80er und 90er Johr,

Sabine isch seit 2006 nemme do.

 

Noch dr Trauer gehts Leba weitr,

für Alfred und Gretel immer gern heiter.

In gselliger Runde sind sie viel dabei,

zom Kegla, in de „Besa“ on zur Wanderei.

 

Seit die Kendr send ausm Haus,

kommat die zwoi bsonders gut naus.

Gern gehts mit der großa Verwandtschaft fort,

mitm Johrgang an viele verschiedene Ort.

 

Südtürol hats ihne bsonders oh do,

zum Berg erklimma, gehen se do no.

Au in Mallorca und Monaco send se scho gwä,

aber am Liebschda bleibet se en dr Näh.

 

Als Rentner send die zwoi stets aktiv,

Gretel isch als Köchin sehr beliebt.

Enkel on Kendr gehn ei ond aus,

um sich zu laben am köstlicha Schmaus.

 

Ob Saurbroda, Spätzla ond Soß,

die Griesklöslessupp isch ganz famos.

Weihnachsgutsla send au was fürd Auga,

Schwäbisches Essa, des kannt Gretel zaubra.

 

Für den Engerschr Bürgermeister,

wírd dr Alfred besondror Dienschtleister.

Er steht dem Bürgermeister zur Seit,

als Amtsbote und Sargträger in mancher Zeit.

 

Alfred und Gretel stehat mit Herz und Tat,

für die Familie, Freunde und Nachbarn parat.

Zusamma send se um vieles bemüht,

immer fleißig ond mit frohem Gemüt.

 

A bissle beleichte hem mir die fufzig Johr,

von dem strahlenda goldiga Paar.

Was sich soo lange gemeinsam bewährt,

des ghört ganz besonders geehrt.

 

Noch viele freudige Johre zu zweit,

wünschet mir Euch ganz herzlich heit.

Mir kommet erfreud zur „Rose“ no

on stossat auf Euer Goldene Hochzeit o!

 

Eure Kinder und Enkel mit Partner

31. Januar 2009."